Olivenöl und Nüsse in Verbindung mit mediterraner Kost schützen gesunde Erwachsene vor Herzinfarkt, Schlaganfall und Herztod

März 4th, 2013

In dieser Woche erscheint im New England Journal of Medicine eine Untersuchung über die Auswirkungen einer mediterranen Diät mit extra-virgin Olivenöl, mit gemischten Nüssen oder einer fettreduzierten Kontrolle.

“Participants in the two Mediterranean-diet groups received either extra-virgin olive oil (approximately 1 liter per week) or 30 g of mixed nuts per day (15 g of walnuts, 7.5 g of hazelnuts, and 7.5 g of almonds) at no cost, and those in the control group received small nonfood gifts. No total calorie restriction was advised, nor was physical activity promoted.”

Olivenoel

Knapp 7500 gesunde Menschen zwischen 55 und 80 Jahren, davon 57 % Frauen, wurden knapp fünf Jahre beobachtet. In der Gruppe mit Olivenöl fanden sich in dieser Zeit 96 Endpunkte (Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod durch Herz Kreislauferkrankung), in der Gruppe mit den gemischten Nüssen 83 und in der Kontrollgruppe 109. Die Autoren schlussfolgern, dass eine mediterrane Diät mit Olivenöl oder Nüssen das Risiko für ein solches Ereignis signifikant senken kann.


© Foto: panthermedia.net / Markus Mainka

Neue Herzschrittmachersysteme erlauben erstmals eine gefahrlose kernspintomographische Diagnostik

Februar 12th, 2013

Neben den etablierten Röntgen-, CT- und Ultraschalluntersuchungen hat die kernspintomographische Diagnostik (MRT) eine zentrale Rolle in der medizinischen Bildgebung eingenommen. Die Zahlen der jährlichen Kernspintomographien nehmen weltweit rasant zu. Aktuell werden weltweit mehr als 50 Millionen MRT Untersuchungen durchgeführt. Allein in Deutschland wurden 2009 mehr als 8 Millionen MRT Untersuchungen mit einer jährlichen Steigerungsrate von 6,6% durchgeführt (Zahlen der Barmer Ersatzkasse).  Aktuell erhalten ca 7 % der Patienten in Deutschland mindestens einmal pro Jahr eine MRT Untersuchung. Die Kosten für das Gesundheitssystem sind beträchtlich und belaufen sich auf über 1 Milliarde € pro Jahr.

Einfluss der MRT auf Herzschrittmacher

Die MRT ist aktuell das zentrale bildgebende Verfahren zur Erkennung tumoröser und entzündlicher Prozesse sowie musculo-skelettaler Erkrankungen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich 80 % der Indikationen auf diese Anwendungsgebiete (Gehirn/Rücken/untere Extremitäten) erstrecken. Als weiterer Vorteil im klinischen Einsatz kommt hinzu, dass die MRT im Routinebetrieb nahezu frei von Gefährdungen oder schädlichen Nebenwirkungen, z.B. Strahlenbelastungen, für den Patienten ist. Entsprechend der Barmer-Statistik nehmen die Zahlen der Kernspintomographie Untersuchungen ab dem 65. Lebensjahr im Vergleich zu den weiter steigenden CT Untersuchungen signifikant ab. Dies ist insbesondere in Zusammenhang mit  der im Alter zunehmenden  Anzahl von Herzschrittmacher Patienten zu erklären, bei denen dieses Untersuchungsverfahren aufgrund der starken magnetischen Felder  bisher kontraindiziert war. Die Magnetfelder können zu einer dauerhaften Schädigung des Aggregates und der Elektroden sowie zu Störungen des Schrittmachers und der Provokation von Herzrhythmusstörungen führen. Thermische Effekte können zudem zu Verbrennungen und Schäden im Herzmuskel durch die Erwärmung der die Wärme leitenden Elektroden (im Tierversuch bis zu 20° Celsius) verursachen. In der Vergangenheit wurde aufgrund dieser Interaktionen über Todesfälle in den achtziger und neunziger Jahren berichtet und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen eingeleitet.

Herzschrittmacher

Aktuell gibt es in Deutschland mehr als 500.000 Patienten oder Träger von Herzschrittmachern oder Defibrillatoren. Jährlich kommen 70.000 neuimplantierte Systeme hinzu. Entsprechend der statistischen Erhebungen besteht aktuell  bei 50-75 % der Herzschrittmacherpatienten im Laufe der Lebenszeit des Schrittmachersystems eine Indikation zu einer MRT. Jährlich wird somit ca. 16% der Herzschrittmacherträger eine notwendige MRT aufgrund der Gefahren verweigert.

Minimierung des MRT Risikos durch neue Herzschrittmacher

Nach jahrelanger Entwicklung, Tierversuchen und ausführlicher klinischen Erprobung sind jetzt neue Schrittmachersysteme eingeführt, bei denen kernspintomographische Untersuchungen unter bestimmten Voraussetzungen an den Kernspintomographen und die Schrittmacherprogrammierung erlaubt sind. Interne Schaltkreise wurden verändert, so dass die magnetischen Kräfte den Betrieb des Aggregates nicht mehr beeinträchtigen. Zudem wurden ferromagnetische Komponenten beträchtlich reduziert und die Schrittmacherelektroden zusätzlich isoliert. Im Ergebnis konnte die Empfindlichkeit des Schrittmachers und der Elektroden auf die magnetische Anziehung und die thermischen Effekte minimiert werden, so dass eine Störung des Systems sehr unwahrscheinlich ist. Die Geräte können nun die magnetische und thermische Energie ohne Schäden am Aggregat, den Elektroden oder am Herzen aufnehmen.

Zudem sollten der zuweisende Arzt – insbesondere der Kardiologe und der untersuchende Radiologe –  mit der Programmierung des Systems, dem Restrisiko und den potentiellen Notfallmaßnahmen während der Untersuchung vertraut sein.

Alle führenden Schrittmacherfirmen bieten nun MRT-taugliche Herzschrittmachersysteme und Elektroden an. Auch kernspintaugliche Defibrillatoren und CRT Systeme (=kardiale Resynchronisationstherapie) sind bereits zugelassen und verfügbar.

Überblick über zur Zeit verfügbare System:

Hersteller Herzschrittmacher ICD
Defibrillatoren
CRT
Schrittmacher
Biotronik Evia
Entovis
Estella
Ecuro
Lumax 640
Lumax 740
Lumax 640
Lumax 740
Medtronic EnrythmMRI
AdvisaMRI
EnsuraMRI
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Boston Scientific IngenioMRI
AdvantioMRI
- -
St. Jude Medical Accent MRI - -

 

Herzschrittmacher-Betreuung in der praxis westend

Die praxis westend führt seit Jahren führt seit Jahren Implantationen von Herzschrittmachern und Debrillatoren  am Deutschen Herzzentrum durch. Die postoperative Nachsorge und routinemäßigen Kontrolluntersuchungen erfolgen in der Herzschrittmacher- und Defibrillator Sprechstunde der praxis westend.  Aktuell  betreuen wir  ca. 2000 Patienten in unserer Herzschrittmacherambulanz.


Foto: © panthermedia.net / Thomas Wallmeyer

Unregelmäßiger Herzschlag – Herzrasen

Juni 8th, 2012

Wie schnell und wie regelmäßig das eigene Herz schlägt, fühlen wir in aller Regel gar nicht. Bei großer Aufregung, Lampenfieber, bei anstrengender körperlicher Betätigung – da fühlen wir den Herzschlag, er ist  schnell und kräftig. Manche Menschen fühlen auch “Extraschläge”, Aussetzer des Herzens, haben das Gefühl dass das Herz hin und wieder unregelmäßig schlägt :  Herzrhythmusstörungen, die nebenbei bemerkt werden, sind in den meisten Fällen harmlos.

 Schlägt das Herz bei körperlicher Anstrengung oder sogar in Ruhe  so heftig, dass den Betroffenen schwindelig oder übel wird, sollten sie sich  allerdings unbedingt ärztlich untersuchen lassen. Alarmiert sollte man auch sein, wenn das Herz – tagsüber oder auch nachts – scheinbar völlig aus dem Nichts heraus zu rasen beginnt. Ab und zu sind solche Störungen Folge einer bislang unbemerkten Herzkrankheit.

Die häufigste Herzrhythmusstörung ist das sogenannte Vorhofflimmern, von dem laut Deutscher Herzstiftung hierzulande rund eine Million Menschen betroffen sind. Die Vorhöfe ihrer Herzkammern ziehen sich unkontrolliert zusammen, so dass die Blutströmungen durcheinandergeraten und schlimmstenfalls Gerinnsel bilden können. Gelangen diese ins Gehirn, können sie dort einen Schlaganfall verursachen. “Dank moderner Medikamente und Methoden der Rhythmuskontrolle ist das heute aber weitgehend vermeidbar”, berichtet der Herzstiftung-Vorstandsvorsitzende Thomas Meinertz.

Ursachenforschung per EKG und Ultraschall

Durch Bluttests und Untersuchungen per Ultraschall ( nur   in seltenen Fällen Kernspin-Tomographie (MRT) oder   lässt  sich herausfinden, ob die Rhythmusstörungen Folge einer Grundkrankheit sind, die zügig behandelt werden sollte – beispielsweise Bluthochdruck, Herzklappenfehler, verengte Herzkranzgefäße oder Schilddrüsenüberfunktion .

Nicht nur Krankheiten, auch äußere Einflüsse können Herzrhythmusstörungen auslösen: dazu zählen  Kalium- oder Magnesiummangel, Alkohol, Koffein, Nikotin, Schlafmangel und Übergewicht. All diese Faktoren könnten für sich genommen zwar keine Herzrhythmusstörungen verursachen. Aber sie bewirkten, dass sich die Spannung der Vorhofwand erhöht, so dass es je nach Veranlagung schneller zu Vorhofflimmern komme. Vorbeugung bietet ein  gesunder Lebensstil, der Ruhe und Bewegung sowie Belastung und Entspannung ins Gleichgewicht bringt.